Freitag, 20. Februar 2015

Ich bin stark... Teil I

...wirklich??? Zumindest ist es das, was ich oft von meinen Mitmenschen als verbale Anerkennung erfahre. Warum denken meine Mitmenschen so über mich und vor allem, warum denke ich nicht so?? Manche Tage zerbreche ich mir darüber den Kopf, weil ich es nicht für wahr halte - andere Tage wiederum bin ich aktiv und kreativ, weil ich es für wahr halte. Momentan bin ich mal wieder bei zuerst erwähnten Tagen angelangt. Der Grund dafür ist ein neues psychosomatisches Symptom.

Seit einiger Zeit empfinde ich eine körperliche Störung, die ich am besten mit "Schüttelfrost im Gehirn" beschreiben möchte. Es passiert plötzlich, ohne Vorwarnung und Grund, ich fühl mich wohl und bin zufrieden mit mir (zumindest relativ) Dann sitze ich am Arbeitsplatz und plötzlich wird mir komisch, fühlt sich an wie Schwindel, als ob mein Bewusstsein für den Bruchteil einer Hundertstel-Sekunde in eine andere Dimension reist. Dann zittert mein Gehirn, ich stelle mir vor, dass es sich so in etwa anfühlt, wenn man einen leichten Stromschlag abbekommt. 3 Mal ist das nun passiert, ich habe mich dann hingelegt und geschlafen, denn ich war auch total erschöpft deswegen.

Vor einer Woche war ich bei meinem Neurologen, der mir erklärte, dass das Gehirn sich im Schädel nicht bewegen und es wohl auch nicht von dem Antidepressivum kommen können, sondern eher ein psychosomatisches Symptom sei. Okay, irgendetwas stimmt nicht in meinem Leben und meine Seele schreit mich mit Hilfe meines Körpers an. Aber verdammt noch mal, der Sturm wütet so laut, dass ich nicht ein Wort davon verstehe! Es fing doch gerade wieder an, dass ich in die Bahn komme, um alle Neune des Lebens zu schmeißen. Doch sofort beginne ich wieder über alles mögliche zu grübeln.

Ist mein Leben das, was ich möchte?
Ist mein Partner gut für mich?
Wie sieht meine Zukunft aus?
Werde ich jemals gesund?
Werde ich jemals glücklich?
Was ist mir passiert?
Was habe ich verdrängt??

Das erste Mal wurde mir von einem Arzt "psychosomatisch" als Grund genannt, als ich nach einem 3 wöchigen Aufenthalt im Krankenhaus zum Kontrollbesuch bei ihm war. Ich hatte Bauchweh und Durchfall bekommen, welcher so schlimm wurde, dass sich mein Darm von oben bis unten entzündet hat. Von ganzen 2 Wochen im Krankenhaus weiß ich vor lauter Schmerzmittel nichts mehr... Diagnose Morbus Crohn. Gut, diese Diagnose traf mich nicht, sondern ich war erleichtert, denn endlich gab es einen Grund für 20 Jahre Bauchkrämpfe und auch für die in meiner Kindheit. Damit kann ich leben. Mein Arzt nannte mir eine Klinik für Psychosomatik, in der ich mich auch vorstellte. Doch nach dieser Krankheit bekam ich eine Depression. Ein Kind der Traurigkeit war ich immer schon, auch hatte ich bereits die Verordnung eines Antidepressivums abgelehnt. Verdammter Mist, ich dachte eben, dass ich das noch alleine hinbiegen kann. Doch nach all dem, was nun passierte wusste ich: das schaffst du nicht - hol Dir Hilfe! Ich war bereits seit 4 Jahren in Psychotherapie und demnach nun den Medikamenten gegenüber aufgeschlossener. Also lies ich mir was verschreiben, das auch wirklich gut geholfen hat und sagte der psychosomatischen Klinik ab. Ich funktionierte ja wieder und glaubte immer noch, dass ich es alleine schaffen kann.

Fortsetzung folgt...


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