Sonntag, 22. Februar 2015

Über Freundschaft

Ich bin krank. Nach Rosenmontag war meine Stimme weg, aber ich fühlte mich sonst ganz gut. Ich nahm an, dass durch das viele Bier die Magensäure meine Stimmbänder gekillt hat und ich mal wieder eine Kehlkopfentzündung habe. Passiert mir manchmal, ich habe die Reflux-Krankheit. Doch ich war auch total müde... trotzdem schob ich alles auf das viele Feiern, den Alkohol und die damit verbundenen Spätleiden :) Kater lässt grüßen!

Nach einer Woche der Rekonvaldeszenz aber fing gestern mein Kopf an dicht zu werden. Die Nase voller Schnodder, der mich ständig niesen ließ, und ich schlief fast wieder den ganzen Tag. Früh im Bett, schlief ich früh ein und wachte heute morgen dementsprechend auch früh auf - halb vier ungefähr. So einiges ging mir durch den Kopf seither, auch die Frage nach dem Sinn dieses Blogs. Was will ich damit erreichen? Suche ich Aufmerksamkeit oder brauche ich eine öffentliche Jammerplattform?? Beides zugegebener maßen ein wenig, doch in erster Linie möchte ich einfach mal aufschreiben, was ich denke, was ich fühle und wie ich mit all dem umgehe. Es geht darum eine andere Sicht auf mich selbst zu erlangen, vielleicht verstehen zu können, warum anderen über mich sagen, ich sei stark, ich sei hübsch oder ich wäre toll. All das empfinde und sehe ich nämlich so gar nicht, doch irgend etwas muss ja dran sein - oder es handelt sich alternativ um einen kollektiven Komplott gegen meine mich, was doch ziemlich an den Haaren herbei gezogen scheint :)

Ne, mal ehrlich jetzt... was finden die Leute nur an mir?? Ich bin dick, habe mein Leben bislang nicht auf die Reihe bekommen und denke, dass ich nicht unbedingt ein "einfacher" Mensch bin. Ich habe Freunde, sogar mehrere richtig gute. Freunde, auf die ich mich verlassen kann, denen ich zu 100 % vertraue und die für mich da sind in schlechten so wie guten Zeiten. Das ist viel wert, viel mehr als das Meiste. Freundschaft ist ein teures Gut, welches umhegt und gepflegt werden will. Manchmal bin ich zu nachlässig und melde mich nicht. Doch das ist kein großes Problem für wahre Freunde, finde ich. Sich zu respektieren bedeutet auch sich seine Freiräume zu lassen. Ich freue mich, wenn mich einer meiner Freund anruft oder mir schreibt, wenn ihm oder ihr danach ist, bin aber nicht beleidigt, wenn dem nicht so ist. Ich rufe an, wenn mir danach ist und finde es echt auch in Ordnung, wenn mein Gegenüber dann keine Lust hat zu quatschen. Doch all das passiert eher selten und wenn wir uns treffen, dann ist es immer schön! Freunde waren und sind für mich dann, wenn es die Familie nicht war oder ist. Für mich sind meine Freunde meine wahre Familie.

In meinem Leben begegne ich immer wieder anderen Menschen, die mir auf Anhieb sympathisch sind. Manche begleiten mich ein Stück des Weges - andere bleiben für immer. Doch eines habe sie alle gemeinsam: sie sind in Verbindung mit mir. Etwas, dass ich schlecht beschreiben kann... ein Gefühl der inneren Verbundenheit. So gibt es z.B. das Hasenvieh, einen netten Mann, den ich über mein Hobby die Fotografie im Internet kennenlernte, YB die ich während einer Reha kennenlernte, Sandy die mich gleich zum Frühstück besuchen kommt und seit fast 30 Jahren kenne, El M. der ursprünglich ein Schulkamerad von Herrn F. war und vor Jahren auswanderte, ME die ich durch den Chat in einem Diätforum kennen lernte und noch jede Menge andere. Ein wirklich guter und vertrauter Freund ist Herr F., in den ich mich vor 25 Jahren verliebte und 8 Jahre später heiratete. Und er ist derjenige, dessen Freund ich eigentlich lieber nicht wäre... warum fragt ihr euch?? Ich bin unglücklich mit ihm, denke, dass meine Problematik mit ihm und unserer Partnerschaft zusammen hängt. Würde ich nicht einen Freund verlieren, hätte ich mich schon getrennt, denn ich weiß und fühle, dass es mir gesundheitlich ohne ihn besser ginge.

Tja und das sitze ich nun, Frau F. mitten im Leben...




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